Sammelkatalog I

Zur Zeit der italienischen Renaissance erschufen die Manieristen neue dynamische und komplexe Formen, indem sie Marmor wie Pasta behandelten. Diese Technik bezeichneten sie als ‘marmo molle‘, den weichen Marmor. Die Bildhauerei des Manierismus in Dimensionen der Architektur bezeichnet den großen Stil und hat den Barock hervorgebracht.
Die ‘marmo molle‘ heute ist die ‘ProtoPasta‘ aus der Zukunftsbackstube. Sie ist amorph, besteht aus einem wärmebehandelbaren umweltverträglichen Material und wird von einem Bot bei einer Temperatur von über 200° Celsius durch die Düse gedruckt. Dank neuer Technologien können konventionelle Bezugssysteme aufgehoben werden und neue, innovative Formen entstehen.
Mit wesensbestimmenden Ideen zu Form, Raum und Struktur, zusammen mit neuen manieristischen Methoden, entwirft die Zukunftsbackstube einen Mikrokosmos im großen Stil und provoziert dabei das Neue mit einer Architecture al dente.

Sammelkatalog II

Anhand von handwerklichen und computerunterstützten Modellen erarbeitet die Zukunftsbackstube urbane Interventionen, innovative Raum- und Nutzungskonzepte, nachhaltige und ressourcenschonende Gebäudeentwürfe in dynamischen und zeitgemäßen Formen für eine zukunftsfeste Architektur.
Mit einer strengen Fokussierung auf das Ergebnis von Raumarchitektur, deren Formensprache sowie Ingenieurkunst, und dem richtigen Rezept aus Macher-Kultur und Kunstidee, entwirft sie einen Mikrokosmos und entwickelt urbane Prototypen, die mit cleveren Klimadesign-Konzepten, von klassisch inspiriert aus Auflaufschale und Waffeleisen, bis experimentell aus Dextrose und Multivitamin, im besonderen Umgang mit unserer Zeit der globalen Erderwärmung stehen.

‘The flowing hands’ präsentiert eine Sprechmethode namens ‘fluency’ (The thinking lips). Sie beschreibt einen Performative shift zwischen Hand und Mund für die sprachliche Übersetzung von körpergebundener und verkörperter Kognition während des Embodied process im Design-Thinking. Es geht um das ausgesprochene verkörperte Wissen - die Sprache des verkörperten Wissens.

Ein Essay von Benjamin Rieß

In seinem autobiographischen Essay beschreibt Benjamin Rieß seinen jungen Zeitgeist zu den Anfängen der Zukunftsbackstube.
Mit Wissenschaftssprache als Katalysator und einem gesunden Humor erklärt er mit Anekdoten aus Erfahrungen und Zufällen die exakte Position der Zukunftsbackstube auf der Milchstraße - unserer galaktischen Heimat im Universum. Denn auf der Erde ist der Himmelskörper ein Butterplätzchen.
Dem Leben überlassen zwischen Lockdown, Depression und Energiekrise begann er als Amateurastronom und glaubte fest an die Zukunft. Verliebt in Sterne, Äpfel und rundes Glas erfindet er die Zukunftbackstube und entwirft einen kulturellen Mikrokosmos aus einer Welt im Löffel.

Ein Essay von Benjamin Rieß

Auch in seinem zweiten autobiographischen Essay haucht Benjamin Rieß seinen junggebliebenen Zeitgeist wieder der Zukunftsbackstube ein.
Mit Wissenschaftssprache als Katalysator und einem gesunden Humor bringt er mit Anekdoten aus Erfahrungen und Zufällen die Ideen der Zukunftsbackstube näher. Denn ebenso wie man ein Universum mit dem Hammer philosophieren kann, lässt es sich auch mit der Zahnbürste entwerfen.
Dem Leben überlassen zwischen Glaube, Glück und Schweiß begann er als Architekt erste eigene Werke umzusetzen und gestaltete die Zukunft. Seiner Liebe von Sternen, Äpfeln und rundem Glas treu geblieben, entwirft er einen kulturellen Mikrokosmos aus der Materie auf der Zahnbürste.